Stimmt das wirklich? – Ab Mai gilt #ForschenStattFaken

Verbringt Ihr gerade auch viel Zeit damit „online“ zu sein? Viele von uns nutzen täglich das Internet! Facebook, Instagram, TikTok, Telegram, Twitter, Youtube, …  und natürlich haben wir die Möglichkeit, viele Nachrichtensendungen und Artikel zu sehen oder zu lesen. Oft springen uns auch einfach Schlagzeilen entgegen. Ganz viele! Ganz oft! Und dann widersprechen sich auch noch einzelne Informationen zu dem gleichen Thema. Wer soll sich da noch auskennen? Vielleicht habt ihr schon mal wo gehört oder gelesen, dass wir in einer „dynamischen und mehrdeutigen“ Welt leben. Das könnte sich genau darauf beziehen. Im Grunde ist es etwas Großartiges, dass es für immer mehr Menschen immer leichtere und direktere Möglichkeiten gibt, sich mit der Welt auszutauschen, Informationen über wichtige Geschehnisse und Zusammenhänge zu erfahren und sogar eigene Erkenntnisse mit anderen zu teilen.

Es gibt aber eine ganze Menge, auf die wir achten müssen. Aber vieles, was darunterfällt, lässt sich unter zwei wesentlichen Begriffen zusammenfassen: Vertrauen und Forschen.

Wem oder was glauben wir ohne viel nachzufragen? Einer guten Freundin? Den Eltern? Den Lehrer*innen? Fremden? Was im Fernsehen vorkommt oder in einer gedruckten Zeitung steht? Expert*innen? Wem vertrauen wir inwieweit? Und warum? Vertrauen wir in die Wissenschaft, in die Forschung und ihre Methoden?

Die Antworten auf diese Fragen fallen leichter, wenn wir selbst überprüfen, entscheiden können, ob eine Informationsquelle seriös ist, den Dingen auf den Grund gehen und einfach gesagt selbst forschen!

Ein ganzer Monat #ForschenStattFaken

Das ScienceCenter Netzwerk organisiert mit ganz vielen Netzwerkpartner*innen und Akteur*innen wie Schulen, Ministerien, Science Centern, Museen und vielen mehr etwas ganz Besonderes in diesem Mai 2021. Es ist eine gemeinschaftliche Aktion mit dem Namen „Forschen Statt Faken“. Während diesem Monat wird es ganz viele Veranstaltungen, Kurse, Spiele, Vorträge, Literatur und mehr geben.

Und wozu? Um zu zeigen, dass Wissenschaft und Forschung aus strukturierten und gleichzeitig kreativen Prozessen bestehen, die wir verstehen und analysieren können! Und diesen Methoden und Prozessen kann man sehr wohl vertrauen, wenn man sie verstanden hat und wenn man der Meinung ist, dass sie hilfreich sind!

Eine Strategie entwickeln

In unserem Alltag begegnen uns oft sogenannte Falschinformationen, Desinformationen oder Fake News.

Diese Definitionen und ganz viel anderes Hilfreiches findet ihr in dem Buch „Widerlegen, aber richtig 2020“ (englischer Titel „The Debunking Handbook 2020“)

Lewandowsky, S. et al. (2020). The Debunking Handbook 2020.

Gratis Download möglich!

Um also aus dieser alltäglichen Flut an Informationen die oben genannten zu erkennen und herauszusortieren, braucht man gute Strategien. Da können Apps wie Cranky Uncle oder der Kriterienkatalog, den das Vienna Open Lab im Mai im Rahmen von „Forschen Statt Faken“ veröffentlichen wird, dabei helfen, begründet zu entscheiden ob „das wirklich stimmt“. Ihr könnt auch bei einem Wettbewerb von Professor Lemeshko vom Institute of Science and Technology Austria mitmachen und mit eigenen Experimenten und Videos Fakes entkräften!

Mehr Durchblick durch eigene Erfahrung

Manchmal sehnen wir uns vielleicht nach einfachen Lösungen, nach einer Theorie, die vermeintlich alles erklärt, was auf unserer Welt gerade passiert. Es ist viel. Es ist kompliziert. Und man fühlt sich schnell verloren. Verschwörungstheorien nutzen genau das und bieten Erklärungen, in denen die Welt plötzlich ganz einfach ist. Plötzlich gibt es Schuldige. Plötzlich kann man alles in schwarz und weiß einteilen. Aber das ist sehr gefährlich!

Gleichzeitig haben Wissenschaft und Forschung ein großes Potential, Meinungen in der Gesellschaft zu bilden. Anstatt unser Vertrauen also in Verschwörungstheorien zu legen, können wir versuchen die Methodik und Struktur der Wissenschaft und Forschung zu verstehen und uns dadurch mit viel mehr Selbstbewusstsein der Informationsflut entgegenstellen. Im Wissens°raum, im NaturErlebnisPark Science Education Center Graz und vielen anderen Orten und Projekten kann man selbst mit seinen eigenen Händen forschen, nach Fragen und Antworten suchen, Daten generieren und überlegen, was diese Daten bedeuten könnten. Man kann die grundlegenden Prinzipien der Wissenschaft selbst erleben und aktiv eigene Untersuchungen starten. Was ist Reproduzierbarkeit? Was sind „Biases“? Wie funktionieren Schlussfolgerungen in der Logik? Sobald wir selbst die Werkzeuge der Wissenschaft kennen, können wir mit viel mehr Durchblick nochmal entscheiden, wo wir unser Vertrauen hinlegen. Denn dann wissen wir, was es bedeutet zu forschen anstatt zu faken!

Alle Informationen zu den Veranstaltungen im Mai, viele hilfreiche Tipps und ganz viel Stoff zum Lesen und Schauen findet ihr unter forschenstattfaken.at oder unter dem Hashtag #ForschenStattFaken auf Instagram, Facebook und Twitter.

Und hier findet Ihr eine Sammlung an Spielen, Webseiten und vielem mehr, die dabei helfen können zu entschieden, zu forschen und zu vertrauen: ForschenStattFaken-Ressourcen