Teleskope – Unsere Augen ins All

In ihrem Artikel über Teleskope erzählt euch Jasmin wie es dazu kam, dass wir immer mehr und mehr  Details im Weltraum sehen können.

Von Jasmin Hangartner

Etwas was mich am Weltraum immer besonders fasziniert ist die unglaubliche Ästhetik und Schönheit. Viele von euch haben sich bestimmt auch schon in den wunderbaren Bildern von weit entfernten Planeten und Galaxien verloren. Und obwohl auf den meisten Himmelskörpern noch nie Menschen oder von Menschen gesandte Sonden waren, wissen wir eigentlich schon ziemlich viel darüber. Dies verdanken wir unseren Augen ins All, den Teleskopen. Ab dem Zeitpunkt an dem die ersten Teleskope hergestellt wurden, stieg unser Wissen über den Weltraum sprunghaft an.

Es begann mit Galileo Galilei

Aber eigentlich doch mit Hans Lipperhey. Dieser hatte im 17. Jh. vermutlich als erster die Idee eine konkave und eine konvexe Linse in einem bestimmten Abstand hintereinander zu platzieren, um so Dinge vergrössert zu betrachten.

Als Galileo Galilei 1609, ein Jahr nachdem Lipperhey seine Erfindung präsentiert hatte, davon hörte, baute er sich ein solches Fernrohr und richtete es auf den Himmel. Dabei machte er bahnbrechende Beobachtungen. Er stellte fest, dass die Oberfläche des Mondes von Kratern durchzogen war, ganz anders als die Erde, und, dass der Jupiter über Monde verfügte.

Zeichnung von Galileo Galilei aufgrund seiner Beobachtung durch das Teleskop, 1609, Biblioteca Nazionale Centrale, Florenz

Die Weiterentwicklung vom Linsen- zum Spiegelteleskop

Wenige Jahre später wurde auch am Bau von Spiegelteleskopen herumexperimentiert. Diese bieten den Vorteil, dass nur eine Seite des Glases bearbeitet werden muss und die Bearbeitung eines Spiegels auch weniger aufwendig ist als das Schleifen einer Linse. Ausserdem ist es mit Spiegelteleskopen auch möglich farbintensivere Bilder zu sehen, da die Lichtstrahlen nicht gebrochen, sondern nur reflektiert werden. Ein berühmtes Spiegelteleskop wurde von Isaac Newton erfunden.

Die Entdeckung anderer Galaxien und das Mount-Wilson Observatorium


1917 wurde in Kalifornien das Mount-Wilson Observatorium eingeweiht. Dieses Observatorium war ein Meilenstein in der Entwicklung von Teleskopen. Hier beobachtete Edwin Hubble, dass es neben der Milchstrasse noch weitere Galaxien gibt und sich der Weltraum in Folge des Urknalls ausdehnt. Plötzlich war der Weltraum also viel grösser als gedacht!

Das Hubble-Teleskop


Zu Ehren seiner Forschungsergebnisse wurde auch ein Teleskop nach ihm benannt. Das Hubble-Teleskop ist wohl das berühmteste und beliebteste Teleskop der Welt. Es entstand durch die Zusammenarbeit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der NASA. 1990 wurde Hubble ins All gebracht um in einer Höhe von 550km Bilder zu liefern, die nicht durch die Erdatmosphäre verzerrt werden.

Die nächste Teleskopgeneration


Heute können sogar Moleküle in anderen Galaxien mit Teleskopen beobachtet und bestimmt werden. Und es sind weitere Generationen von Teleskopen geplant, die noch bessere Bilder und somit mehr Informationen zum Weltraum liefern werden. Das Extremely Large Telescope (ELT) wird gerade in Chile gebaut und soll 2024 in Betrieb gehen. Dann wird es das grösste optische Teleskop der Erde sein.

Noch mehr Infos zu Teleskopen gibt es hier:

Zur Geschichte von Teleskopen:  Artikel auf Deutschlandfunk, Video
Zum Mount-Wilson Observatorium: Artikel auf Deutschlandfunk, Homepage
Zu Hubble: ESANASA

Photocredits:
Beitragsbild: ESO/L. Calçada
Bild 1 Public domain, via Wikimedia Commons
Bild 2: Edwin Hubble am Teleskop, Nasa
Bild 3: Das Hubble Space Telescope im Weltraum, ESA