Rendezvous der Götter

Unsere Gastautorin und Netzwerkpartnerin Maria Pflug-Hofmayr von Der Orion zeigt euch in diesem Beitrag, worauf ihr euch in den nächsten Tagen beim Blick in den Sternenhimmel freuen könnt. Jupiter und Saturn begegnen sich und jede*r kann das schön beobachten – mit bloßem Auge, auch in der Stadt, aber auch mit dem Teleskop, wenn jemand möchte.

Von Maria Pflug-Hofmayr

Jupiter trifft Saturn

Wenn ihr abends den Sternenhimmel betrachtet, fallen euch im Südwesten zwei helle Lichter auf, die recht nahe beisammen stehen. Es sind die Planeten Jupiter und Saturn. Diese beiden kommen einander jetzt immer näher.
Das ist zwar selten, aber nicht besonders ungewöhnlich. Die beiden Riesenplaneten – es sind die größten Planeten im Sonnensystem – begegnen einander regelmäßig. Jupiters Bahn liegt nämlich näher an der Sonne, daher ist er flotter unterwegs als Saturn. Somit ist es nur logisch, dass Jupiter den Saturn immer wieder innen überholt. Das passiert knapp alle 20 Jahre. Was ist nun das Besondere der Begegnung in diesem Winter?

Der Himmelsausschnitt abends im Südwesten, zu sehen am 19. Dezember im Sterngarten in Wien Mauer auf dem Georgenberg.

Schön wie zu Keplers Zeiten

Am 21. Dezember ist der Abstand zwischen den Planeten so gering wie zuletzt 1623. 20 Jahre früher beobachtete der Astronom Johannes Kepler um die Weihnachtszeit 1603 die Konjunktion der beiden Planeten im Sternbild Fische. Schon damals äußerte er die Vermutung, der “Stern der Weisen” könnte so eine Konjunktion gewesen sein, vor allem nachdem er berechnet hatte, dass im Jahr 7 v. Chr. Jupiter und Saturn einander ebenfalls begegneten – und auch damals um die Weihnachtszeit im Sternbild Fische.

Der Vollmond könnte beide bedecken

Die beiden großen Planeten ziehen von der Erde aus gesehen in einem Abstand von nur 6 Bogenminuten aneinander vorbei. Das ist sehr eng! Wenn der Mond an derselben Stelle zu sehen wäre, würde er beide Planeten auf einmal bedecken. Zuletzt kamen Jupiter und Saturn im Jahr 1623 einander so nahe. Wer also ein kleines Fernrohr besitzt, bekommt ein ziemlich interessantes Spektakel geboten.

Wann ist was zu sehen:

17. Dezember: Schöne Begegnung von Mond, Jupiter und Saturn am Abendhimmel, sehr leicht zu sehen (bei klarem Wetter)

19. Dezember: Online-Führung via Zoom, Anmeldung: https://www1.astroverein.at/veranstaltungen/fuehrungen-sterngarten/106-sg-jupiter-und-saturn

21. Dezember: Engste Begegnung der beiden Planeten, danach entfernen sie sich wieder voneinander, stehen sich aber immer noch nahe.

23. Dezember: Der Mond steht höher am Himmel beim Planeten Mars, die Riesenplaneten stehen immer noch eng beisammen

31. Dezember: Jupiter und Saturn sind nur noch in der frühen Abenddämmerung zu sehen und verschwinden bald

Nahaufnahme der Begegnung von Mond mit Jupiter und Saturn, 19. Dezember

Glossar

  • Konjunktion: Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Begegnung“.
  • Bogenminute: Wenn wir erklären, wie groß wir etwas am Himmel sehen, beschreiben wir den Winkel, den es einnimmt. Der Horizont verläuft rundum als Kreis, er hat eine Größe von 360 Grad. Ein Grad wäre somit ein 360stel der Horizontstrecke. Wenn man ein Grad in 60 Abschnitte unterteilt, ergibt das eine Bogenminute.

Titelbild: So sehen die beiden Planeten mit ihren Monden im Fernrohr aus. Jupiter, Saturn und die galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sind auch in der Stadt gut zu sehen.

Alle Bilder wurden mit dem Programm Stellarium erstellt, das kostenlos hier downgeloadet werden kann: http://stellarium.org/de/

Für Wien-Fans: Es gibt Horizont-Ansichten vom Sterngarten Georgenberg, außerdem von der Urania und der Kuffner-Sternwarte.

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